| Siloé |
Der Brauch kommt aus Siloé, einem Stadtteil im Osten von Cali, der berüchtigt ist für Gewalt und Bandenkriege. Hier gründeten sich landesweit gefürchtete Gruppen wie FARC und M19 und rekrutierten bis vor kurzem ihre Mitglieder. Durchschnittlich zwei Menschen sterben in Siloé pro Woche eines gewltsamen Todes. Die Polizei wird nicht geduldet.
Ursprünglich war Siloé vom Indianerstamm der Yanaconas bewohnt. Später siedelten sich hier die in den Kohleminen arbeitenden, afrikanischen Sklaven an. Mit Beginn des Bürgerkriegs kamen in den 40er Jahren des 20. Jahrhunderts viele Bauern-Flüchtlinge aus dem Umland hinzu.
Diese führten 1952 den Brauch der Diablos ein, um Geld für Essen, Kleidung und Alkohol für die Feste im Dezember zu erbetteln. Anfangs trommelten nur erwachsene Männer und sie zogen nur im Dezember durch die Stadt. Doch da die Arbeit der Männer alleine die Familien oft nicht ernähren konnte, werden nun auch die Kinder ausgeschickt. Kinderarbeit ist in Kolumbien zwar verboten, wird aber nicht geahndet, schon gar nicht, wenn es um Traditionen wie die „Diablos de Deciembre“ geht. Und da bettelnde Kinder mehr einbringen als Erwachsene, liegt der Altersdurchschnitt der Teufel heute weit unter 18. Seit 10 Jahren beginnen die Diablos schon am 31. Oktober zu trommeln. Aber das Elend Siloés trommeln sie nicht weg…
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